Von der Qual der Wahl
In den kommenden Tagen finden im Landkreis Ludwigslust wieder einmal Wahlen statt. Ein neuer Landrat und Bürgermeister von Städten sollen gewählt werden. Bleibt wie immer die Frage nach der "Qual der Wahl". Im Landkreis tritt ein engagierter und durchaus auch sympathischer SPD-Landrat gegen eine ambitionierte, aber letztlich unerfahrene und eher blasse CDU-Mitbewerberin an. Da fällt die Wahl eigentlich nicht schwer, wenn man auf Zukunftsfähigkeit setzt.
Anders ist es in den Städten. Da ringen bis zu fünf Bewerber aller politischen Couleur um die Gunst der Wählerschaft. Ich meine, diese Auswahl steht den Kommunen nicht schlecht zu Gesicht. Beweist es doch zumindest das Engagement dieser Bürger für ihre Stadt und den Willen, aktiv mitzugestalten. Eine ganz andere Sache ist dabei die Fähigkeit der einzelnen Bewerber, Kommnualpolitik auch tatsächlich gestalten zu können. Denn um Eitelkeiten zu befriedigen, ist eine solche Kandidatur wohl zu wichtig.
Solche Gedanken kommen einem schon auf, wenn sich eine Notarin im stolzen Alter von deutlich in den Ü50 (nichts gegen die so genannten Best Agers) erstmals um eine solche Position bewirbt. Nicht viel anders ist es bei solchen Amtsinhabern, die sich nur mit dem vermeintlichen Lorbeer wieder bewerben, nichts falsch gemacht zu haben. Kann man(n)/frau ja auch schlecht, wenn außer Repräsentationsauftritten nicht viel über die eigene Bühne gegangen ist. Kein Wunder, dass die Mitbewerber zu Recht sagen, dass man so lediglich verwaltet, aber nicht gestaltet.
Was also tun zur Wahl? Die "Regierung der fähigsten Köpfe" wird es wohl auf absehbare Zeit nicht geben. Weil: Jede Partei ist sich offensichtlich selbst die näheste. Bleibt also nichts anderes übrig, als seinem gesunden Menschenverstand zu vertrauen, oder die Partei seines Herzens zu wählen. Ich werde kommenden Sonntag nur ersteres tun, denn zu letzterem habe ich keine Gelegenheit. Was nicht heißt, dass die Kandidaten der Partei meines Herzens unbedingt die meiner Wahl sind. Trotzdem oder gerade deshalb freue ich mich schon auf die Bundestagswahl 2009. Dann gilt nämlich wieder: Geht wählen. Getraut euch ruhig. Sieht doch (vermutlich) keiner...


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