1.4.07

Kein Aprilscherz: Ich bin schon 10!

Der heutige Tag hat es in sich. Immerhin werden am 1. April die Bürger weltweit "auf den Arm genommen". Fernab aller mehr oder weniger sinnigen Scherze ist heute für mich die Meldung des Tages: Das Redaktionsbüro MHR gibt's auf den Tag genau 10 Jahre.
Die Flut von Glückwunschschreiben und anderen guten Wünschen ist erwartungsgemäß ausgeblieben. Weiß halt keiner und interessiert auch keinen wirklich. Muss es auch nicht. Trotzdem ist dieser Tag etwas ganz Besonderes für mich. Seit 1992 im freiberuflichen journalistischen Geschäft tätig, habe ich eben heute vor 10 Jahren nach knapp halbjähriger ungewollter Unterbrechung nochmal den Sprung ins kalte Wasser gewagt und bin, trotz stets wechselnden und teils hohen Wellengangs, nicht untergegangen.
Dem voran gegangen war die Kündigung eines, zugegeben recht gut dotierten, Pauschalvertrages mit der besten, weil einzigen Tageszeitung im Revier. Mehr noch, die haben mir, sekundiert und initiiert durch ebenso intrigante wie widerliche Wendehälse und so genannte Kollegen, unverblümt zu verstehen gegeben, dass sie es nicht schätzen, wenn einer zu (s)einer Sache steht und kritisch den Finger auf die Wunden der Zeit legt.
Nun will ich gerade an diesem Tag nicht sagen: Ich habe es geschafft. Weiß ich doch, wie wechselhaft mein Beruf ist und wie das Leben spielen kann. Nein, ich sage gerade heute: Ich will mich jeden Tag neu beweisen und mir im besten Tucholsky'schen Sinne selbst treu bleiben. Mit allen Fehlern, mit allen Vorzügen und vor allem: Immer mit ganzen Herzen und allen Sinnen. Im Beruf. Im Leben. In der Liebe. Wohl wissend, dass es Kraft kostet und auch oft Narben auf der Seele hinterlässt...