12.3.07

Outing, oder: Unzustellbare Post an F.J.W.

Ja, ich oute mich als (fast) täglichen BILD-Leser. Die Gründe dafür sind vielfältig und gehen eigentlich niemanden etwas an. Es ist ein bisschen Neugier dabei, auch ein wenig Faible für Klatsch und Tratsch und ein gerüttelt Maß an Informations-Bedürfnis der etwas anderen Machart. Eine Lektüre der besonderen Art ist stets die Kolumne von F.J.W., auch Franz Josef Wagner genannt. Der mokiert sich das eine um das andere Mal über die moralischen Ansprüche in dieser, unserer Welt. Manchmal ganz tiefgründig, manchmal vordergründig polemisch und manchmal sogar amüsant. Heute bekommt Box-Riese Wladimir Klitschko sein Fett weg. Ich würde dem F.J.W. so antworten, obwohl der das bestimmt nie zu lesen bekommt:

Lieber F.J.W, was regen Sie sich über Klitschko auf? Natürlich hat der dem Austin viel zu schnell eins auf die Birne gehauen. Ein Schelm, wer dabei an Fallobst denkt. Und natürlich waren die Kommentare mit Bobbele, dem Kaiser und der Pooth alles andere als Sportlichkeiten. Aber, lieber F.J.W., gerade Sie müssten das Geschäft kennen, sonst würden Sie Ihre Post in der Zeitung mit den vier großen Buchstaben nicht so großzügig verteilen. Sie hätten sich den Kampf doch nicht ansehen müssen, ein Buch lesen oder einen Freund in Not im Krankenhaus anrufen können. Oder vielleicht darüber nachdenken sollen, welche Person oder welchen Zustand in dieser Gesellschaft Sie treffender und sinnvoller aufs Korn hätten können. Da gibt's noch eine ganze Menge. Denn diese Gesellschaft ist wohl überall ein bisschen Klitschko und sucht sich das Fallobst aus. Herzlichst Ihr MHR