28.8.06

Wenn Webworker SOS funken...

Wer wie ich nahezu existenziell auf das Medium Internet und die damit verbundenen technischen Möglichkeiten der Kommunikation der kurzen Wege angewiesen ist, kann ein Lied davon singen: Ohne funktionierende E-Mail geht so gut wie nichts mehr. Was in dieser Hinsicht alles passieren kann, habe ich gerade in den letzten Tagen mit Erschrecken feststellen müssen.

Nachrichten, Angebote, Aufträge kamen nicht bei den Adressaten an bzw. verschwanden im Nirwana des Webs. Ratlosigkeit auf der ganzen Linie machte sich breit, zumal die Log-Dateien meines E-Mail-Clients TheBat! ordnungsgemäßen Versand aufzeichneten. Da ist das Erstaunen um so größer, wenn sich der Provider mit großer Kompetenz in das Geschehen einbringt und fachliche Klarheit schafft. So geschehen durch meinen langjährigen Provider Einsweb, bei dem ich eine stattliche Anzahl von Webprojekten gehostet habe.

Der konnte mir zwar verlorene E-Mails nicht wiedergeben, zeigte mir aber mit nahezu stoischer Ruhe und Umsicht die Tücken des Objekts auf. Und die lagen bei dem sonst allgemein so geschätzten TheBat!, bei dem sich nicht nur die neuen Versionen in recht bunter Weise ohne wirklich nachvollziehbaren Nutzen abwechseln, sondern sich auch ein mangelhafter Support breit gemacht hat. Da ist die immer noch fehlende deutsche Hilfe-Datei in der aktuellen Version eher das negative Tüpfelchen auf das "i". Ganz zu schweigen, dass die TheBat! Log-Dateien frohen Mutes eitel Sonnenschein im E-Mail-Verkehr vorgaukeln. Einsweb aber bewies sich in meiner Not als echter Retter und exzellenter Kenner des insgesamt trotzdem sehr stabilen E-Mail-Clients.

Fazit: Das musste mal öffentlich gesagt werden. Mein Rat an alle Webworker, welche einen perfekten Support rund um die Uhr und 365 Tage im Jahr erwarten, sollten den Weg zu Einsweb gehen. Da gilt der allgemein abgedroschene PR-Spruch noch: Hier werden Sie geholfen! A propos PR - ich erhalte für diesen Eintrag von Einsweb weder eine Provision noch stehe ich in Diensten des Providers...

22.8.06

Wie wird nun (K)Grass geschrieben?

Angesichts des Aufschreiens nicht nur in deutschen Landen über die Offenbarung von Nobelpreisträger Günter Grass, kurz vor Kriegsende Angehöriger der Waffen-SS gewesen zu sein, werfen viele die Frage auf, ob sich Grass künftig nicht besser in Krass umbenennen sollte.

Man kann (leider, oder dem Himmel sei Dank) einem Menschen nicht in sein Gehirn schauen und darin lesen. Also wird es auch im Bereich der Spekulationen bleiben, welche Beweggründe Grass tatsächlich zu seinem späten Outing, wie man heute so schlecht neudeutsch sagt, bewegt haben. Sagen kann er und können die anderen viel. Nur er selbst weiß es und muss mit seinem diesbezüglichen moralischen Anspruch fertig werden, den er sonst allgemein so hoch ansetzt. Ich stimme nicht mit denen überein, die Grass jetzt verteufeln. Und ich stimme nicht mit denen überein, die Grass jetzt in Verbindung mit gescholtenen DDR-Bürgern in Verbindung bringen, die ihre Irrungen oder Lebenslügen verarbeiten müssen. Erst recht nicht zweifle ich an Grass` Fähigkeit als großer Erzähler. Dass man schwach sein kann, wenn es um die Wahrheit geht, wissen wir wohl alle. Wenn man aber so stark ist, den Nobelpreis entgegen zu nehmen, dann muss man sich hinsichtlich seines Schwachseins auch geharnischte Kritik gefallen lassen. Denn auch Grass wusste und weiß, dass er diesen Preis nie erhalten hätte, wäre das alles zum Zeitpunkt der Preisverleihung bekannt gewesen. In diesem Sinne hat sein Nobelpreis einen Schatten, den er nie wieder aufpolieren kann.