31.1.06

Vom Genuss im Leben...

Das heutige ND schreibt, er will sich künftig mehr Zeit für Genuss nehmen. Und was das ND schreibt ist Gesetz(t). Da es aber ausgerechnet am 31. Januar im ND steht, muss selbst das seinen Grund haben: Stumpi, der Vorzeige-Sachse, der Prototyp aller Ossis, wird 60.

Genuss hat schließlich viele Facetten. Genuss ist auch Arbeit. Besser: Arbeit ist auch Genuss. Das weiß ich nur zu gut. Und von Stumph erwartet man schließlich, dass er die Arschbacken zusammenkneift und der Nation auch weiterhin Genuss beschert. Dass dabei Qualität ein vorrangiger Anspruch von ihm ist, wissen nicht alle zu schätzen. Weil viele nur den Klamauk im Leben sehen (wollen).

Wenn aber Wolfgang Stumph die Qualität in der Arbeit und im Leben sucht und findet, dann reicht das völlig aus. Ich bin mir sicher, dann kommt das auch anderen zugute. Möge er also uns und sich selbst auch in Zukunft überraschen. Auf welche Weise auch immer. Und ich hoffe, dass er dazu jetzt in seiner bekannt lakonischen Art sagt: "Nu, nu - geht klar..."

Ich habe gelegentlich (virtuellen) Kontakt zu ihm gehabt. Man stelle sich vor, der getraut sich sogar zur sonntäglichen Mittagszeit anzurufen: "Hallo, hier ist der Wolfgang Stumph..." und erzählt von seinen Plänen, während er im Hintergrund pausenlos am Computer "dödelt" und die Websites seines Gesprächspartners erkundet und staunt, woran der Genuss empfindet. Dafür erhält Wolfgang Stumph weder eine Gage noch eine Rezension im ND. Aber das beweist, dass er auch den Nerv und die Zeit für die kleinen Dinge des Lebens hat. Möge auch das weiter so bleiben.

Ich habe ihm heute einen Geburtstagsgruß geschrieben und Genuss an einem unbeschwerten Ehrentag gewünscht. Ohne Klamauk, aber mit viel Lachen und HERZlichkeit. Und einen Eintrag in meinem aJourBlog habe ich ihm auch versprochen:

Lieber Wolfgang Stumph: auch von dieser Stelle gratuliere ich Ihnen zu dieser Lebensstation von ganzem Herzen. Ich wünsche Ihnen Gesundheit vor allem, persönliches Glück und immer den nötigen Strahl Sonnenschein im und für's Leben. Was den Genuss im Leben angeht, treten Sie so kurz wie nötig, das Sie ihn finden und nie vermissen. Genießen sie aber so lange wie möglich. Und vor allem, bewahren Sie Ihren tiefsinnigen Sprachwitz. Der beschert uns mehr Genuss am Leben als der tägliche Blick in die Zeitung.

24.1.06

Worte und Unworte

Nun ist es heraus: das Unwort des Jahres heißt "Entlassungsproduktivität". Auch gut. Oder auch nicht. Erwartungsgemäß haben es meine Favoriten Renommee-System und Einwortposting nicht auf das Siegertreppchen geschafft. Macht nichts - nächstes Jahr steht auch wieder ein Wettbewerb an. Und, wie heißt es doch so treffend, die letzten werden die ersten sein.

Ganz andere Wortspiele bietet eine interessante Website, die ich kürzlich auf Hinweis vom Akademie-Blog gefunden habe. Dabei handelt es sich um ein deutsch-österreichisches Wörterbuch. Feine Sache. Da kann man sich nicht nur in Toleranz üben, sondern darüber hinaus noch eine Menge voneinander lernen. Denn wer kann schon erahnen, was dahinter steckt, wenn der Österreicher von "so a Pflanz" redet? Um reine Beschwindelung handelt es sich dabei. Nein, diesmal um keine virtuelle...

20.1.06

Gute Nachricht bei trüben Aussichten

Eine kürzliche Mitteilung des DJV, in dem ich organisiert bin, brachte mir eine frohe Botschaft. Die allerdings hat einen recht betrüblichen Hintergrund. Was tun, wenn freie Journalisten aufgrund der Auftragslage praktisch arbeitslos werden? Der DJV sagt: Ab dem 1. Februar 2006 sollten sich freie Journalisten freiwillig in der Arbeitslosenversicherung versichern.

Ich war erst skeptisch, aber das geht tatsächlich. Die monatlichen Beiträge sind niedrig. Das dann im Falle einer Arbeitslosmeldung geleistete Arbeitslosengeld orientiert sich dagegen im Regelfall nicht am Beitragsniveau, sondern wird nach Qualifikationsstufen (gemessen an der Ausbildung) berechnet. Das kann bei einem Selbstständigen mit Universitätsabschluss Leistungen von monatlich bis zu 1.364,10 Euro bedeuten. Da über 70 Prozent der freien Journalisten einen Universitätsabschluss
haben, kann der größte Teil von ihnen mit einem ordentlichen Leistungsniveau rechnen. Ob die Voraussetzungen für diese Versicherung gegeben sind, regeln, wie immer, die Rechtsvorschriften. Informationen zum Thema gibt es auch unter dieser Adresse.

16.1.06

Sprachkultur: Mach et nochmal, Edi...

Nun endlich kommt es ans Tageslicht, was Deutschland am Stoiber Edmund verloren hat. Seine Absage an Berlin ist offensichtlich ein herber Verlust an bayerisch-deutscher Leit- und Sprachkultur. Das waren meine ersten Gedanken angesichts einer "Traumrede" des bayerischen Landesvaters, auf die Kollege Roland Dreyer aus Stuttgart hingewiesen hat. Gefunden hat er den sprachlichen Brillianten im netbib weblog. Die haben das wohl auf Werbeblogger.de gelesen, denn dort schreibt Patrick Breitenbach: "Klare Kommunikation kann keiner so gut wie Ede Stoiber". Recht hat er. Und nun hören Sie endlich, was der Rhetoriker vor dem Herrn zu sagen hat... Falls Sie nur Bahnhof verstehen, macht nichts. Das ist gewollt.

Aber nun mal im Ernst. Oder auch nicht. Wer wollte angesichts solcher polemischer Fähigkeiten bezweifeln, dass dem Stoiber Edmund seine Worte von den "frustrierten Ossis" und andere Kostbarkeiten in alle möglichen Richtungen einfach nur so heraus gerutscht sind? Der Mann ist doch zu Höherem geboren. Wer so messerscharf erklären kann, warum ein Bahnhof auch ein Flughafen ist, von dem man Starten kann ohne Einzuchecken und noch dazu in zehn Minuten Geld verdient, ist ein verkanntes Genie. Die Bayern aber werden's dem Herrgott danken, dass der Stoiber Edmund gekniffen hat, nach Berlin zu gehen. So einen Übervater hat die bundesdeutsche Hauptstadt nicht verdient. Zu toppen, wie es neudeutsch heißt, ist die Überflieger-Rede des Fastkanzlers nur noch durch ihn selbst. Man höre uns staune... Besser noch: man lache herzlich!

12.1.06

Geisterhaft geniale Idee?

Eigentlich war es nur der ungewöhnliche Name, der mich neugierig gemacht hat. Blogger Bernd Röthlingshofer aus Konstanz wähnt sich nämlich seit Kurzem als Webmob. Was diese gespenstisch anmutende Bezeichnung ist, verrät er natürlich auch. Das ist nicht etwa ein virtueller Geist, sondern er selbst. Und nicht nur er, sondern auch alle anderen, die sich gerade auf einer beliebigen Website tummeln. Es sei denn, sie bedienen sich einer bestimmten Software.

Die gibt es unter dieser Adresse und nennt sich "Social Software". Die Idee an sich ist genial: man wird sozusagen als virtueller Geist sichtbar und legt Spuren auf seinem Weg im Internet. Ganz wie im richtigen Leben erhält man als Webmob eine Identität und ein Aussehen in Gestalt eines Avatars. Mehr noch, man kann sich kennen lernen, miteinander sprechen, sprengt damit die Grenzen von Websites, Chats und Communitys. Obowhl: genau genommen ist es auch nichts anderes als ein Chat.
Nun regen sich zwei Geister in mir. Schließe ich mich der Idee (zumindest versuchsweise) einmal an, oder nicht? Der eine flüstert mir ins Ohr: "Komm' herein. Schau dich um. Lerne neue Menschen kennen, tausche Meinungen und Ideen live aus." Der andere beschwört mich mit warnenden Worten: "Lass' es sein. Dort triffst du vielleicht diejenigen, denen du schon im realen Leben nicht gern begegnest. Dort kann dich jeder beobachten, was du eigentlich gern vermeiden willst. Was geht es andere an, auf welchen internetten Pfaden du wandelst?"
Beide haben wohl, es kommt wie immer auf den Standpunkt an, ein wenig Recht. Einerseits möchte ich beispielsweise auch die ertappen, die behaupten, meine Seiten wie der Teufel das Weihwasser zu meiden. Andererseits habe ich tatsächlich noch Bedenken, ob meine Privatsphäre als Webworker damit nicht beeinträchtigt wird. Egal: ich schaue mir das Ganze einmal an und prüfe, ob man (vorerst) vielleicht mit einer Webmob-Tarnkappe durch's Internet wandeln kann...

8.1.06

Kandidatenkür 2005: Unwort des Jahres gesucht

Gerade kam es in den sonntäglichen Nachrichten: das Rennen um das Unwort des Jahres geht in seine entscheidende Runde. Ich bin mir sicher, dass die Sprachkritiker für das Jahr 2005 wieder ein treffendes Unwort finden werden. Die Östereicher haben es bereits vorgemacht. Sie hoben die "Negativzuwanderung" auf den ersten Platz, die sich knapp vor dem "Voting" behaupten konnte. Aus gut informierten deutschen Kreisen ist zu erfahren, dass "Schwampel", "Gammelfleisch" oder gar "Ehrenmord" gute Chancen haben, auf die unrühmlichen Siegertreppchen des Jahres 2005 zu kommen.

Nun ja, man kann trefflich über Sinn und Unsinn solcher Aktionen streiten. Was mich dabei immer nachdenklich macht, sind weniger die oft sinn- und/oder ehrlosen Wortgebilde. Viel mehr sind es die Menschen, die sich zu solchen sprachlichen Konstruktionen aufschwingen. Ich hinterfrage dann sowohl deren Sprachverständnis als auch deren Geisteshaltung insgesamt. Das ist im Beruflichen nicht anders. Da schwirren täglich die fragwürdigsten sprachlichen Gebilde durch die Medien. Angefangen von der täglichen Zeitungslektüre über die Moderation im Radio bis hin zu diversen Fundstellen im Internet. Meine persönlichen Unwort-Favoriten sind deshalb "Renommee-System" und "Einwortposting". Dagegen ist beispielsweise der "Listling" als Teilnehmer an diversen E-Mail-Listen eine nahezu schöne und amüsante Sprachschöpfung, die sich im Internet etabliert hat.

Mein Fazit: angesichts aller Worte, Unworte und Sprüche des Jahres werde ich mein Bemühen um eine gewissen Sprachkultur aufrecht erhalten. Trotz alledem. Oder gerade deswegen.

7.1.06

Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen

Genau genommen bin ich für mein aktuelles Gewicht sechs Zentimeter zu klein. Soll auch heißen: wenn ich mein Normalgewicht erreichen will, muss ich mich strecken. Oder umgekehrt? Egal. Auf jeden Fall muss ich etwas tun und versuche es ab sofort mal mit einer bekannten Methode. Die lautet nicht "FDH", sondern teilt die täglichen Verzehrmengen in Punkte ein. Von denen darf ich täglich 29 verbrauchen. Und kann sogar Punkte ansparen für schlechte Tage...

Das Ganze soll erst einmal ein Versuch für den Monat Januar sein. Denn wenn ich mich bei der Aktion nicht wohl fühle, lasse ich das schnell wieder bleiben. Schließlich soll Essen ja auch irgendwo Spaß machen. Aber Probieren geht bekanntlich über Studieren. Letzteres muss man bei dem Unterfangen lediglich bei der Beachtung von Punktwerten für Speis' und Trank, die in einer beachtlich dicken Broschüre zusammengetragen sind. Und man(n) kann ja auch ein wenig (legal) tricksen. Trinkt man einmal ein Bier (4 Pkt.) mehr, kann man das mit einer riesigen Portion Salat oder Obst ausgleichen. Die bringen nämlich 0 (in Worten: Null) Punkte. Und, damit das auch gleich klar ist, ich schließe mich keiner Damen-Diskussionsgruppe um Ess-Sehnsüchte und Pünktchen-Erfolge an. Ich kläre das mit mir selbst ab, gehe Ende des Monats in innere Klausur und werde dann sehen, ob ich gewachsen bin...

5.1.06

Augen-Blicke: die Wandlungen der A.M.

Das Jahr 2005 hatte es in sich. Einer der politischen Höhepunkte war am 22. November die Wahl von Dr. Angela Merkel zur ersten deutschen Bundeskanzlerin. Sie erhielt mit den Stimmen der CDU/CSU-SPD-Koalition 397 Ja-Stimmen.

Damit ist die einstige politische Ziehtochter von Alt-Kanzler Dr. Helmut Kohl auf dem bisherigen Höhepunkt ihrer Karriere angekommen und hat sich in recht eindrucksvoller Manier gegen männliche "Mitbewerber" durchgesetzt.

Reichlich einen Monat später verkündet die inzwischen mit dem "Wort des Jahres" gekürte Bundeskanzlerin eine Politik der kleinen, aber stetigen Schritte.

Und sie freut sich darauf, dass Deutschland (vielleicht) Fußballweltmeister wird, will nach eigenen Angaben sogar die Spieler in der Kabine besuchen. Auch, wenn die nur Zweiter werden. Ob vor oder nach dem Duschen, ist bisher nicht bekannt.

Erste Anzeichen eines Merkel-Effekts sieht die deutsche Wirtschaft übrigens heute schon. Es geht aufwärts, oder vorwärts, oder.... Die einen sagen so, die anderen so. Kommt eben immer auf die Sache und den Standpunkt an.

Da macht es auch nichts, dass eine Bundeskanzlerin - sie muss schließlich repräsentieren und präsent sein - gerade mal schlappe, knappe 3 Mio. Euro für einen offenen Brief an das Volk ausgibt. Denn in dem Schreiben heißt es schließlich, man müsse die Probleme des Landes lösen. Offene Briefe sind dafür wahrscheinlich das beste Mittel.

Dass das Leben einer Bundeskanzlerin aber offensichtlich auch seine attraktiven Seiten hat, beweist eine virtuelle Galerie der in Berlin-Kreuzberg lebenden Fotokünstler Tilo und Kilian. Die haben die Bundeskanzlerin aus der Einöde ihres Daseins heraus geholt und recht gekonnte Fotomontagen mit dem offiziellem Merkel-Konterfei aus Wahlkampfzeiten ins Internet gestellt. Man(n) möge sich einmal vorstellen, welcher Look der sonst eher unscheinbar ins Bild gesetzten Kanzlerin am Besten stehen würde...

4.1.06

Open Office macht gefährliche Vorschläge

Beamte leben offenbar gefährlicher als gedacht. Giesbert Damaschke aus München hat jedenfalls herausgefunden, dass die Rechtschreibkorrektur von Open Office "nahezu gemeingefährliche Vorschläge" und aus "Beamtenköpfen" flugs den niederschmetternden Vorschlag "Beamten köpfen" macht.

Man sieht, der Unterschied liegt, wie immer, im Detail. Was sagt uns das? Trotzdem, dass diese Software vermutlich nicht von Beamten kreiert wurde, ist sie nicht so gut, dass sie nicht verbessert werden könnte. Den gleichen Satz habe ich übrigens mit Microsoft Office Word 2003 und auch dem Duden Korrektur Plus 3.5 überprüft. Die lassen den Beamten die Köpfe dran. Ist doch ein schöner Zug, oder?!

3.1.06

Neujahrspost: Vertragsbedingungen für Freie

Pünktlich wie die Maurer: rechtzeitig zu Jahresbeginn flatterte mir eine E-Mail vom Deutschen Journalisten-Verband ins virtuelle Haus. Deren Inhalt ist ein PDF mit den "Vertragsbedingungen und Honoraren 2006 für die Nutzung freier journalistischer Beiträge". Das Teil ist immerhin 59 Seiten schwer und hat es auch im Detail in sich.

Ich meine, da ist für den einzelnen freien Journalisten eine ganze Menge Wissenswertes drin. Sicherlich sind nicht alle Punkte durchgängig anwendbar. Die Komplexität der Darstellungen aber sind aus meiner Sicht dazu angetan, sie auf die konkreten Bedingungen hin zu studieren und umzusetzen. Dem freien Journalisten wird damit ein gutes Arbeits- und Argumentationsmittel an die Hand gegeben. Der sehr anschaulich und verständlich geschriebene Leitfaden beinhaltet Informationen zum Markt ebenso wie Lieferungs- und Gerschäftsbedingungen und Musterverträge für Wort + Bild. Auch Rechnungsmuster und weiterführende Informationen fehlen nicht. Sicher ist: das mittlerweile schon ausgedruckte Material wird meine tägliche fachliche Lektüre bereichern.

2.1.06

Deutsche Sprache, schöne Sprache

Zum Jahreswechsel erhielt ich eine Menge gute Wünsche. Mein E-Mail-Fach war gut gefüllt damit. Eine elektronische Karte war mit einer schönen Zeichnung versehen. Darunter dann Grüße auf englisch. Darüber nun freute ich mich nicht so sehr und konnte mir eine ironische Erwiderung nicht verkneifen. Das Resultat: ich wurde allen Ernstes der "schmerzhaften Deutschtümelei" bezichtigt.

Zu allem Überdruss schrieb die sonst von mir sehr geschätzte E-Mail-Partnerin: "Mir, als einer toleranten Österreicherin, wird nun manches klar!" Das hat gesessen, oder?! Wer aber mich, meine Biografie und meine Einstellung auch nur halbwegs kennt, wird mich schnell und guten Gewissens von dieser abwertenden Einschätzung freisprechen. Aber: ich bin ein Mann der Sprache. Und zwar der deutschen Sprache. Für die ist die meist ebenso unlogische wie unschöne Vermischung mit Angliszismen und Amerikanismen eine sprachliche Anmaßung, um nicht von Vergewaltigung zu sprechen. Deshalb habe ich mich auch gefreut, dass es (nicht nur) im Internet offenbar eine Menge Anhänger der deutschen Sprache gibt. Und ein Hinweis aus dem SprachBlog hat auf eine neue Seite geführt, die sich mit deutscher Sprache und Redekunst beschäftigt. Die wird mir bestimmt des Öfteren ebenso Anlaufstelle sein wie die Office-Bibliothek und die Duden-Korrektur auf meinem PC oder der Duden auf meinem Schreibtisch und der kleine Duden in meinem Reisegepäck. Und wenn ich mal gar nicht weiter weiß, kann ich ja tolerante Österreicher fragen...

1.1.06

Sachlich, kritisch und optimistisch...

Als Redakteur einer Betriebszeitung in Weimar hatte ich mir bei der Gestaltung einer Seite zum Jahreswechsel Ende der siebziger Jahre ein paar Freiheiten mehr als üblich heraus genommen. Da wechselten sich einige neckische Fotos mit frechen Karikaturen und flotten Sprüchen ab. Eine Karikatur zeigte einen Radfahrer in voller Fahrt einen Baumstamm hinauf radelnd. Dazu fiel mir der damals durchaus provokante Spruch ein: "Wenn auch manchmal etwas vor den Baum geht, die Richtung bleibt immer geradeaus."

An diese Anekdote musste ich mich zu Beginn 2006 schmunzelnd erinnern. Wie viel Doppeldeutigkeit lag doch in diesen Worten. Ganz in diesem Sinne soll auch das neue Jahr seinen Lauf finden. Es wird nicht frei von Irrtümern und Fehlern bleiben. Es wird Überraschungen in vielfältiger Art, Freude und Lachen bereit halten. Und ich werde neue Menschen kennen, vielleicht auch schätzen lernen. Ich freue mich auf alles das, was ich heute noch nicht weiß und kenne. Weil ich ein neu- und wissbegieriger Mensch bin. Vornehmen werde ich mir für dieses Jahr im klassischen Sinne gar nichts. Es möge seinen Lauf nehmen. Apropos Lauf - das ist der einzige Vorsatz für 2006. Möglichst jeden Tag fünf Kilometer. Freien Lauf für die Ideen und einen klaren Kopf. Ganz dem Anliegen verpflichtet: "Sachlich, kritisch und optimistisch..." Nicht wie immer. Aber immer öfter.