12.1.06

Geisterhaft geniale Idee?

Eigentlich war es nur der ungewöhnliche Name, der mich neugierig gemacht hat. Blogger Bernd Röthlingshofer aus Konstanz wähnt sich nämlich seit Kurzem als Webmob. Was diese gespenstisch anmutende Bezeichnung ist, verrät er natürlich auch. Das ist nicht etwa ein virtueller Geist, sondern er selbst. Und nicht nur er, sondern auch alle anderen, die sich gerade auf einer beliebigen Website tummeln. Es sei denn, sie bedienen sich einer bestimmten Software.

Die gibt es unter dieser Adresse und nennt sich "Social Software". Die Idee an sich ist genial: man wird sozusagen als virtueller Geist sichtbar und legt Spuren auf seinem Weg im Internet. Ganz wie im richtigen Leben erhält man als Webmob eine Identität und ein Aussehen in Gestalt eines Avatars. Mehr noch, man kann sich kennen lernen, miteinander sprechen, sprengt damit die Grenzen von Websites, Chats und Communitys. Obowhl: genau genommen ist es auch nichts anderes als ein Chat.
Nun regen sich zwei Geister in mir. Schließe ich mich der Idee (zumindest versuchsweise) einmal an, oder nicht? Der eine flüstert mir ins Ohr: "Komm' herein. Schau dich um. Lerne neue Menschen kennen, tausche Meinungen und Ideen live aus." Der andere beschwört mich mit warnenden Worten: "Lass' es sein. Dort triffst du vielleicht diejenigen, denen du schon im realen Leben nicht gern begegnest. Dort kann dich jeder beobachten, was du eigentlich gern vermeiden willst. Was geht es andere an, auf welchen internetten Pfaden du wandelst?"
Beide haben wohl, es kommt wie immer auf den Standpunkt an, ein wenig Recht. Einerseits möchte ich beispielsweise auch die ertappen, die behaupten, meine Seiten wie der Teufel das Weihwasser zu meiden. Andererseits habe ich tatsächlich noch Bedenken, ob meine Privatsphäre als Webworker damit nicht beeinträchtigt wird. Egal: ich schaue mir das Ganze einmal an und prüfe, ob man (vorerst) vielleicht mit einer Webmob-Tarnkappe durch's Internet wandeln kann...