17.3.05

Zeitlos: Gebete von Archivaren, Bibliothekaren...und Journalisten?

Als langjähriger Archivar und Bibliothekar in Diensten der thüringischen Justiz verfolge ich natürlich auch die Blogs der (ehemaligen) Berufskollegen. So hat Klaus Graf zwei Gebete eines Archivars und Bibliothekars aus dem Jahre 1680 gefunden. Die haben einen recht tiefsinnigen Wortlaut und lassen treffliche Kommentare auf die heutige Zeit zu. Selbst Gregor Gysi wird schließlich mit den Worten zitiert: "Auch als Nichtgläubiger fürchte ich eine gottlose Gesellschaft."

Der Archivar aus dem "Würtembergischen Gebetbuch" anno 1680 wird so zitiert: "...Und gleichwie mein Beruf erfordert mit vielen Büschelen von actis umzugehen, also wollest du mich auch selbst einbinden in das Bündlein der Lebendigen..."

Auch der Bibliothekar steht dem in Nichts nach: "...Weil ich nun über solche edele Schrifften und Bücher an meinen Ort zum Hüter und Haushalter gesetzet bin, so hilf liebster Gott, dass ich wachsam, getreu und weislich damit umgehe und nicht das geringste daran verwarlose oder verderben lasse...."

Nun warte ich darauf, dass auch noch ein Gebet eines Journalisten von anno dunnemal zu Tage kommt. Chronisten zumindest soll es ja damals schon gegeben haben. Und: wofür beten heutige Journalisten?

11.3.05

Blocken statt Bloggen?

Robert Basic ist verzweifelt. Er will das Verb "bloggen" konjugieren und bittet um freundliche Mithilfe. Ich habe mir die Sache angeschaut und bin auch verzweifelt. Und überlege ernsthaft, ob man für "bloggen" nicht ein sinnvolleres Wort finden kann. Bei den Sprachübungen verdreht es einen nämlich die Zunge. Ich "blocke" erst einmal ab ;-)

Fremdbloggen macht Spaß

Heute (wieder) mal ein Wort in eigener Sache: während ich hier mehr oder weniger nur Dinge einbringe, die unmittelbar mit meinem Beruf und meinen internetten Rundgängen zu tun haben, gehe ich seit Kurzem auch fremd...

Ich schreibe nämlich als Autor für das von Peter Diesler aus Bonn betriebene Medien-Magazin Journalismus.compact. Das ist eine Art Medien-Blog und gehört zu seinem Portals Journalismus.com. Dort gibt's übrigens auch ein interessantes Forum mit vielen Bereichen bis hin zu Jobangeboten/-gesuchen und Small-Talk über Medien und die Welt. Ich schreibe in j.compact über alles, was ich täglich im weitesten Medien-Umfeld entdecke. In diesem Sinne macht fremdgehen Spaß und meine Frau freut sich sogar noch darüber, wenn ich ihr davon "pikante Neuigkeiten" mitteile ;-)

8.3.05

Award-Fieber, oder mehr...

Ein eher unscheinbarer, aber nicht minder freundlicher Eintrag in meinem Gästebuch hat mich auf die Fährte eines neuen Verbraucherportals gebracht. Das nennt sich Qualiserv und hat sich zum Ziel gesetzt, "Verbraucher bei der Suche nach einer geeigneten Firma oder nach einem geeigneten Freiberufler" zu unterstützen. Also sozusagen der umgekehrte Weg, um schwarze Schafe an den Pranger zu stellen. Nach dem Qualitätsprinzip soll ein so genanntes Qualiserv-Zertifikat nur an die Firmen oder Freiberufler verliehen werden, die seriös und kundenorientiert tätig sind. Und der so verliehene Award heißt sympathischer Weise nur Qualiserv-Logo und ist geschützt. Die Auszeichnung wird vom Macher des Portals als Lizenznahme bezeichnet und ist eben durch den jederzeit widerrufbar und kann von ihm gekündigt werden. Inhaber des Zertifikats werden während der Lizenznahme in einer speziellen Suchmaschine auf dieser Webseite aufgelistet, auf die unter jedem Informationstext im Verbraucherportal hingewiesen wird. Neutralität bei der Auswahl der Firmen und Freiberufler soll u.a. dadurch gewährleistet werden, dass auf dem Qualiserv-Verbraucherportal keine Werbung in den auf Internetseiten üblichen Formen vorzufinden ist, sondern nach Inbetriebnahme der Suchmaschine lediglich darauf hingewiesen wird, dass mit dem Qualiserv-Zertifikat zertifizierte Firmen und Freiberufler in dieser Suchmaschine eingetragen sind. So weit, so gut. Das Ansinnen ist löblich. Ich habe mich aber nach den Kriterien der Zertifikatsvergabe erkundigt und auch angefragt, ob man sich den Eintrag auch kaufen kann. Bin auf die Antworten gespannt. Mehr demnächst auf diesem ArchivBlog.

2.3.05

Slogan gefällig? Na logo!

Füt (fast) alles bietet das Internet Plattformen. Manche davon sind Dinge, die die Welt nicht braucht. Ein ziemlich nützliches Ding dagegen ist die Slogan-Datenbank, wie ich einmal mehr über Biggi erfahren habe. Die Datenbank hat mehr als 15.000 Slogans von 9.000 relevanten Marken und ist mit reichlich Informationen zu den einzelnen Slogans gespickt. Angeboten werden auch Recherchemöglichkeiten, Rankings, Trendstudien und Fachbeiträge. Ein so genanntes "Slogometer" liefert sogar eine Statistik der häufigsten Worte in deutschen Werbeslogan. Neue Rubriken wie "Marken", "Termine" und "Agenturen" eröffnen zusätzliche Möglichkeiten der Recherche. Da lohnt sich das Stöbern offensichtlich.

Online-Marketing im Visier

Für alle, die sich mit Online-Marketing beschäftigen (müssen), ist dieser Terminhinweis vielleicht von Bedeutung: am 15. März 2005 findet auf der CeBIT ein Runder Tisch, neudeutsch auch Roundtable genannt, zum Thema E-Mail-Marketing, Suchmaschinen und SMS statt. Veranstalter ist der Deutsche Direktmarketing Verband e.V. Der Runde Tisch tagt auf der Marketing Solutions Area (Halle 6, Stand G43) statt, auf der an allen CeBIT-Tagen Vorträge zum Thema Online-Marketing geboten werden. Hier gibt es eine vollständige Übersicht als PDF-Datei.

Blog-Invasion

Frei nach Goethe: Die Geister, die ich rief, holen mich nun ein. Die heißen Blogs, Blogs, Blogs... Nun hat Biggi gar einen Blog gefunden, der Blogs listet. Es stimmt, was sie schreibt: Wer noch nicht genug von Blogs hat, findet hier Weblogs en masse. Nach Themen geordnet. Dank dieser Information ist meine Blog-Abo-Liste auf stolze 48 angewachsen, die täglich gute Themen aufzeigen, die ein Journalist verarbeiten kann. Und, oh Graus - in diesen Blogs findet man laufend weitere interessante Blogs...