Zeitlos: Gebete von Archivaren, Bibliothekaren...und Journalisten?
Als langjähriger Archivar und Bibliothekar in Diensten der thüringischen Justiz verfolge ich natürlich auch die Blogs der (ehemaligen) Berufskollegen. So hat Klaus Graf zwei Gebete eines Archivars und Bibliothekars aus dem Jahre 1680 gefunden. Die haben einen recht tiefsinnigen Wortlaut und lassen treffliche Kommentare auf die heutige Zeit zu. Selbst Gregor Gysi wird schließlich mit den Worten zitiert: "Auch als Nichtgläubiger fürchte ich eine gottlose Gesellschaft."
Der Archivar aus dem "Würtembergischen Gebetbuch" anno 1680 wird so zitiert: "...Und gleichwie mein Beruf erfordert mit vielen Büschelen von actis umzugehen, also wollest du mich auch selbst einbinden in das Bündlein der Lebendigen..."
Auch der Bibliothekar steht dem in Nichts nach: "...Weil ich nun über solche edele Schrifften und Bücher an meinen Ort zum Hüter und Haushalter gesetzet bin, so hilf liebster Gott, dass ich wachsam, getreu und weislich damit umgehe und nicht das geringste daran verwarlose oder verderben lasse...."
Nun warte ich darauf, dass auch noch ein Gebet eines Journalisten von anno dunnemal zu Tage kommt. Chronisten zumindest soll es ja damals schon gegeben haben. Und: wofür beten heutige Journalisten?

