Wettskandal hat das Zeug dafür, zum (Un)Wort des Jahres des Jahres gekürt zu werden. Ich bin ein Fan des Spiel um das runde Leder, war aber noch nie so blauäugig, dass ich die "ehrenwerte Gesellschaft Bundesliga" als "rundum" seriös gehalten hätte. Mein Herz schlägt für den
FC Erzgebirge Aue, aber auch für Traditionsvereine wie die Dortmunder Borussia (leider dank Fehlpässen im Management im sportlichen und wirtschaftlichen Sinkflug), Schalke oder den HSV. Einzig der FC Größenwahn Bayern ist mir samt der Mehrheit seiner Spieler und vor allem seiner Funktionäre suspekt.
Nun meldet sich (endlich) einer dieser Spezies zu Wort, der honorige
"Kaiser Franz". Er sei schon immer ein Gegner der gegenwärtigen DFB-Doppelspitze gewesen. Das er Recht hat, habe das "schlechte Krisenmanagement" im Wettskandal gezeigt. Beachtlich: der Franzl zeigt Rückgrat und klappt das fußball-visionäre Visier hoch! Aber warum so spät, Kaiser? Warum so scheibchenweise und inkonsequent? Kann man(n) nicht einfach sagen, der M-V muss weg. Oder: der M-V ist einen Groschen und der Zwanziger zehn Pfennige wert? Auch, wenn wir jetzt den Euro haben, wären das klare Worte. Aber der Franz taktiert eben mit dem Charme eine Mittelfeld-Regisseurs, der werbewirksam fragt, ob denn "scho wieder Weihnachten" ist. Bald aber ist WM-Zeit...
Ich bin in diesem Zusammenhang gespannt auf die Zeit nach der WM 2006, wenn die Meute erst richtig zur Sache kommt und das Halali auf die Verantwortlichen im DFB bläst. Spätestens dann wird es heißen: eMVau tot. Und bestimmt werden auch noch einige kleinere oder größere fußballerische Möchtegerne auf der Strecke bleiben. Mehr noch: ich wette einen Kasten Bier und eine Viertel Sau, so sagt man in meiner Heimat ganz lax, dass eben dieser Wettskandal nur die Spitze eines Eisbergs ist. Frei nach dem Motto: Sie kannten sich alle! Der Kaiser aber wird's überleben. Warum auch nicht? Kaiser sein ist "in" und es gibt Schlimmeres als zu taktieren. Es sei denn, Deutschland wird nicht Weltmeister... Im Fußball, versteht sich!