Ziel(gruppe) verfehlt: die Generation Ü50
Müssen uns das die Österreicher vormachen? ORF-Chefin Monika Lindner jedenfalls hat das gängige mediale Bild älterer Menschen kritisiert, das die Realität oft nur ungenügend widerspiegele. TV und Werbung würden sich lieber auf die Zielgruppe zwölf bis 49 Jahre einschließen. Die "50er", zu denen auch ich gehöre, stellten eine "merkwürdige Demarkationslinie" dar.
Nun ja, das kann man so oder so sehen. Ich gehöre nicht zu denen, die sich von Werbung aller Art lenken lassen, täglich Kreuzworträtsel für Kaffeefahrten-Preise lösen und die Schlagzeilen der Promis aufsaugen. Aber etwas ist an der Sache schon dran. Allein im Internet sind die Angebote für die UHUs (unter Hundert) rar und wenn, dann von eher wenig Attraktivität geprägt. Hier wird, das bestätigt auch Lindner, die Zielgruppen-Definition nur auf das Alter bezogen. Das ist längst kein glaubwürdiges und zuverlässiges Kriterium mehr. Um das heraus zu bekommen, braucht man auch kein Handbuch, wie Lindner empfiehlt, sonder eher einen gesunden Menschenverstand. Und im Übrigen sollten vielleicht entsprechende Angebote von solchen gemacht werden, die es wissen müssen: die Ü50er, also die "echten" Fünfziger, selbst. Natürlich nicht ohne Mitwirkung jüngeren Sachverstands und jugendliche Frische. Das hält jung und relativiert das Alter für die Zielgruppe einmal mehr.


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