23.11.05

Klare Worte zur Zukunft des Journalismus

Vor einiger Zeit habe ich an einer Online-Befragung teilgenommen, die vom Lehrstuhl Journalistik der Universität Leipzig durchgeführt wurde. Befragt wurden deutsche Journalisten über ihren Beruf und dessen Zukunftsaussichten. Die jetzt vorliegenden ersten Ergebnisse sind wenig erbaulich. Man bedenke, hier haben Journalisten selbst einen Blick auf ihre Zukunft geworfen. So sagt die erste Auswertung aus, dass die Aufgabe der Journalisten, Kritik und Kontrolle zu üben, an Bedeutung verliert.

Dominieren wird nach Ansicht der Journalisten eine Rundum-Orientierung sowie Lebenshilfe und Nutzwert zu geben. Ein "schleichender" Funktionswandel des Journalismus verändere, meinen Forscher und Journalisten unisono, verändere das Berufsbild nachhaltig. Es läuft also in Richtung eierlegende Wollmilchsau hinaus. In Zukunft werden/müssen Journalisten Alleskönner sein. Ich schließe mich diesen durchaus nicht rosigen Prognosen insofern an, dass man heutzutage vor allem als freier Journalist schon sehr vielseitig, ideenreich und schnell sein muss, um bestehen zu können. Trotzdem bleibt es meine Meinung, dass es bei aller notwendigen Vielseitigkeit eine Frage der Kraft sein wird, wie sehr ein Journalist bereit ist, sich verbiegen zu lassen. Soll auch heißen, man muss nicht unbedingt mit den Wölfen heulen, nur, weil die noch ein Schaf zu essen haben.

Zu den (ersten) Ergebnissen der Auswertung der Online-Befragung geht es hier...