Freie wie Feste bezahlen?
Gute Nachrichten aus Weimar: Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hält an seinem Ziel fest, finanzielle Verbesserungen für fest angestellte Redakteure auch auf freie Journalisten auszuweiten. An den Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger erging die Aufforderung, zügig zu einem Abschluss der Verhandlungen über gemeinsame Vergütungsregeln für journalistische Urheber zu kommen. Frei nach Goethe kann ich da nur sagen: Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube!
Das Anliegen an sich ist lobenswert und in seiner Umsetzung mehr als überfällig. Wie aber die Chancen aus? Wer will die großen und kleinen Verleger und anderen Auftraggeber im journalistischen Geschäft zu solchen Zugeständnissen zwingen? Die Möglichkeiten, solche Abschlüsse zu umgehen, werden ebenso riesig sein, wie die Ideen dazu. Angesichts wachsenden Lohndumpings gerade in der Verlagswelt ist es aus meiner Sicht eine Utopie, für Freie Honorarbedingungen festzuschreiben. Nehmen Sie den einen nicht für einen Auftrag, kommt ein anderer und schreibt für die Hälfte dessen, was sein Vorgänger gefordert hat. So einfach ist das. Nein zu sagen, ist gerade in diesem Bereich sehr schwer. Und das hat noch nicht einmal so viel etwas mit Charakter zu tun.


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