Faszination Spätherbst
Schon mischt sich Rot in der Blätter Grün, Reseden und Astern im Verblühn, die Trauben geschnitten, der Hafer gemäht, der Herbst ist da, das Jahr wird spät. Und doch (ob Herbst auch) die Sonne glüht – weg drum mit der Schwermut aus deinem Gemüt! Banne die Sorge, genieße, was frommt, eh Stille, Schnee und Winter kommt. Dieses Gedicht von Theodor Fontane fiel mir spontan ein, als ich dieser Tage unser Haus in spätherbstlicher Umgebung fotografierte. Beim Anblick solcher Bilder, ich komme schließlich viel im Land Mecklenburg-Vorpommern herum, kann einem buchstäblich das Herz aufgehen. Von Weltuntergangsstimmung angesichts des sich dem Ende zuneigenden Jahres kann da überhaupt keine Rede sein. Im Gegenteil, hier wird erst der tiefere Sinn des vielsinnigen Sprichwortes "Auch der Herbst hat schöne Tage..." deutlich. Für mich hat Spätherbst wie alle Jahreszeiten seine ganz eigenen Reize. Die Tage werden kürzer und sind trotzdem um so farben- und abwechslungsreicher. Die längeren Abend nutze ich dann meist für Dinge, zu denen sonst Zeit und Muse fehlen. Und wenn dann der Frühling das erste Mal seine Nase durch die Tür der Jahreszeiten steckt, oder der Sommer kräftig Einlass begehrt, denke ich doch an den Spätherbst mit seiner ganz eigenen Faszination. Das ist für mich kein Ende, eher der goldene Ausblick auf den Beginn.


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