15.2.05

Googleseibeiuns...?

Ob diese Meldung den Kern des Ganzen trifft, wage ich zu bezweifeln. Thomas Knüwer jedenfalls behauptet, dass früher die Journalisten irgendwo hinfahren mussten, um ein wenig Atmosphäre in eine Geschichte zu bringen. Heute reiche es manchmal einfach zu googeln...
Aber was Jonet-Betreiber Jochen Wegner zu diesem Thema äußerst, halte ich für sehr interessant und einer Diskussion wert: Wegner stellt vier Thesen auf, wie Google den Journalismus verändert hat:
1. Google definiert heute den Mindeststandard journalistischer Recherche.
2. Google enttarnt Schablonen-Journalismus und Fakes.
3. Google definiert oft den Maximalstandard journalistischer Recherche.
4. Google bietet ein verzerrtes Bild der medialen Welt. Dieses Zerrbild wirkt wiederum auf die Medien zurück.
Und er belegt diese Thesen mit zahlreichen Beispielen. Ganz bestimmt werden jetzt eine Menge Kollegen entrüstet aufschreien und alle Vorwürfe von sich weisen. Fakt aber ist, dass Google und Co. sehr wohl ein wichtiger Bestandteil journalistischer Recherche geworden sind. Was man allerdings aus den googligen Erkenntnissen macht und mit wie viel Ernsthaftigkeit (besser: Nachlässigkeit) man solche Recherchen ungeprüft umsetzt und im journalistischen Schnellstrickverfahren anbietet - das sollte die Spreu vom Weizen in der Branche trennen. Mich würde bei allem Beifall für Wegners Argumente sein eigentliches Fazit interessieren: Google or not Google? Wenn ja, warum nicht ;-)