Brotloser Online-Journalismus?
Einer Umfrage zufolge müssen Online-Journalisten mit weniger Geld auskommen als ihre Berufskollegen in anderen Medien. Das sei der allgemein schlechten wirtschaftlichen Situation der Online-Medien geschuldet. Außerdem halten sich die Online-Magazine meist nicht an Zeilen- oder Seitenhonorare und lassen nur pauschale Mini-Honorare gelten. Es geht der Ruf von Tagelöhner Online-Redakteur um.
Richtig ist, dass, mit Ausnahme von großen Online-Portalen, vergleichbar weniger gezahlt wird als z.B. in Print Medien. Richtig ist, dass die meisten Online-Magazine auch mit einem ganz schmalen Budget auskommen müssen. Ich kenne das, betreibe ich doch selbst ein Online-Magazin im Tourismus-Bereich für die neuen Bundesländer. Richtig ist aber auch, dass viele solcher Portale ganz bewusst auf Fremdfinanzierung durch Geldgeber aller Couleur verzichten und sich aus sich selbst heraus finanzieren. Das halte ich nicht für ehrenrührig. Bedingt aber auch von allen Beteiligten einen gewissen Idealismus.
Mit einer Finanzierung der kleinen Schritte entsprechend den Möglichkeiten werden aus meiner Sicht längerfristigere Erfolge erzielt als Schnellschüsse, die schon bald den dotcom-Tod erleiden. Eben mangels Masse in der Kasse. Und ich kenne auch eine ganze Reihe von Online-Medien, die zahlen zwar nicht üppig, aber seriös am Aufwand orientiert. Auch wird sich die Spreu vom Weizen trennen und das Ganze keine brotlose Kunst bleiben. Und Spaß macht es zudem auch noch.

